Die Frank’sche Siedlung im Norden Hamburgs ist bei Familien sehr beliebt. Die bald einhundert Jahre alten Reihenhäuser haben allerdings eine Besonderheit: Sie sind nur vier Meter breit. Danielas Familie nahm die Herausforderung an und sanierte eines der Häuser vom Keller bis zum Dachboden. Mit vielen Ideen und einem harmonischen Farbkonzept wurde aus dem in die Jahre gekommenen Häuschen ein Ort, an dem alle vier Bewohner genug Raum haben und sich nicht nur Dackel „Fiete“ pudelwohl fühlt.
Fast 550 dieser Häuser wurden ab 1935 entlang des Alsterlaufes von zwei Architekten errichtet. Auf vier Stockwerken und rund 90 Quadratmetern sollten damals laut Prospekt bis zu zehn Menschen Platz finden. Um das schmale Haus in die Moderne zu holen, brauchte die Familie ein klares Konzept und viele Ideen. Eigentümerin Daniela sagt: „Wir haben uns Inspirationen bei der Tiny-House-Community und im Bootsbau geholt. Heute trägt das Haus unsere Handschrift – und wir finden: Mehr Platz brauchen wir gar nicht.“
Da das Haus unter Denkmalschutz steht, war eine Außendämmung nicht möglich. Also bekam es von innen eine Rundum-Erneuerung: „Wir haben den Dachboden aufgegeben, um im Dachgeschoss Höhe zu gewinnen. So haben wir selbst in diesem kleinen Haus ein Gefühl von Weite bekommen“, berichtet Journalistin Daniela. Die Dachdämmung wurde mit besten Materialien ausgeführt, die Fenster sind Maßanfertigungen aus England. So gelingt maximale Lichtausbeute bei gutem Raumklima im Sommer wie Winter. „Am Ende mussten wir Farbtöne für die Zimmer finden. Viele Frank’sche Häuser sind im Innenraum ganz in Weiß gehalten; das haben wir für uns verworfen. Stattdessen haben wir die Räume in sehr hellen Abtönungen von Grau- und Beigetönen gestaltet. Das sorgt für Wärme, Gemütlichkeit und einen ganz eigenen Stil.“
Während der Sanierung blieb der Eingangsbereich ein großes Sorgenkind. „Das ist in unseren Augen das einzige echte Manko der Häuser: Sie haben keinen Flur, also auch keinen Platz für eine Garderobe.“ Um den Raum nicht beengt werden zu lassen, verzichtet das Paar dennoch auf Schuhschrank und Co. „Wir wussten nur, dass wir einen großen Spiegel in Neonorange wollten.“ Für den Rest steckten sie die Köpfe mit ihrem Malermeister zusammen. „Der machte gleich noch ein Problem aus: Wenn unsere Kinder hier mit Schultaschen, Hund und nassen Stiefeln eintreten, sind die Wände allein durch die Enge schnell schmutzig. Wir hatten wirklich überlegt, ob wir deswegen einen Teil fliesen sollten.“ Aber der Maler riet stattdessen zu einem besonders belastbaren, abwischbaren Farbmaterial. Als Farbton schlug er einen ganz hellen Blauton vor, als Kontrast zum Orange des Spiegels. „Ich hatte gerade in einer englischen Wohnzeitschrift einen Blauton gesehen, in den ich mich verliebt hatte. Als ich hörte, dass Brillux exakt diesen Ton nachmischen kann, war die Idee perfekt.“ Auch die Garderoben-„Dots“ an der Wand lässt die Familie im gleichen Ton, mit einem hoch belastbaren Zwei-Komponenten-Lack, lackieren. „Sie verschwinden optisch an der Wand und sind trotzdem da, wenn wir sie brauchen.“ Im wahrsten Sinne ein „perfect Match“!






